Happy birthday :-) (24. April 2012)

Heute habe ich Geburi! Nach dem Duschen in einem anderen Zimmer im Hotel suche ich mir ein Lokal zum Z’Morge essen. Es ist wirklich nicht einfach hier. Ich vermisse ein Kaffee, bei dem man draussen die Sonne geniessen kann. Schliesslich wähle ich ein Lokal nach meinen üblichen Heuristiken aus: Sitzgelegenheit mit schöner Aussicht, Leute müssen da sein (je mehr desto besser) und die Auswahl des Essens sollte mir auch noch passen. Der einzige Wermutstropfen ist, dass es in dem von mir gewählten Lokal relativ düster ist. Dafür habe ich eine hübsche Aussicht und die Bedienung ist auch sehr freundlich. Zum Essen wähle ich die Regionalspezialität, ein Khatchapuri. Das ist eine Art Wähe/Brot, das aussieht wie ein Schiffchen. In der Mitte ist das Khatchapuri mit Käse gefüllt in dem ein Mocken Butter und ein Ei schwimmen. Vor dem Essen mischt man die Füllung aus Käse, Butter und Ei. Dann reisst man (oder man schneidet mit Messer und Gabel) Stück für Stück Teile des Brots ab und taucht sie in der Füllung, bevor sie im Mund verschwinden…
Nach dem Z’morge möchte ich in den Botanischen Garten gehen. Dieser befindet sich noch weiter nördlich von Batumi entfernt als der Bahnhof, den ich gestern besucht habe. Die Reise dorthin gestaltet sich als reine Safari. Als erstes gehe ich dorthin, wo ich gestern den Minibus zum Bahnhof genommen habe. Ich versuche die Leute zu fragen, welchen Minibus ich nehmen soll. Schlussendlich setzten sie mich in einen Minibus, der wieder Richtung Zentrum der Stadt fährt. Dort soll ich auf den Minibus #21 umsteige. Dieser fährt mich aber nur zum Bahnhof. Nachher biegt er irgendwohin ab, fährt aber nicht zum Botanischen Garten. Beim Bäckerladen vis à vis des Bahnhofes kaufe ich mir zwei süsse Brötchen – gegen den Hunger und als moralische Unterstützung auf der Suche des Botanischen Gartens. Jetzt muss ich der Strasse entlang des Schwarzen Meers folgen. Zum Glück steht bei einer Abzweigung gerade noch eine junge Frau, die mir mit ein paar Brocken English den Weg zum Botanischen Garten erklärt. Ich laufe hier durch eine grüne Landschaft mit Wald und Villen/Häusern drin. Endlich komme ich beim Botanischen Garten an und realisiere, dass Minibus #31 dorthin fährt! Die Frage ist eigentlich nur noch, wo er abfährt…
Der Botanische Garten ist riesig. Ein richtiger Wald. Ab und zu kann man von hier aus einen Blick auf das Schwarze Meer werfen. Nebel zieht gerade vom Meer zum Land. Wenn einem die Sonne auf den Rücken brennt, ist es geradezu heiss. Kaum zieht eine Nebelschwade durch, wird es kühl und man sieht die Atemwolken. Im Park treffe ich wenige Leute – und wenn, dann sind es meist Pärchen. Nicht gerade toll, wenn manar alleine unterwegs ist. Und dann noch die Hochzeitsgesellschaft. Das Brautpaar muss im Park Fotos machen und Filmchen drehen, während die Gäste beim Eingang warten… Irgendwie machte das Paar keinen besonders glücklichen Eindruck. Und von den Gästen, die zum Teil in Autos warteten möchte ich es gar nicht erst wissen.
Ich laufe weiter und kämpfe mich teilweise durch den Jungle, bis mich das Dickicht zur Umkehr zwingt.
Im Transkaukasischen Waldteil treffe ich auf eine Gruppe Georgier. Diese winken mich zu ihnen und laden mich ein. Naiv und neugierig lasse ich mich darauf ein. Hier lerne ich die Tücken der georgischen Gastfreundschaft das erste Mal kennen – und auch diejenigen des georgischen Weins… Man trinkt ihn in rauen Mengen und mein Becher ist nie leer… Ich muss mich wehren und langsam trinken, damit das Ganze nicht ausartet… Eine Gruppe Polen gerät in die gleiche Falle wie ich. Auch sie müssen mittrinken – bis wir schliesslich gemeinsam die Flucht ergreifen.
Die Polen wollen leider schon am selben Abend mit den Nachtzug nach Tbilisi reisen. Ich habe das Ticket aber erst für Morgen. Eigentlich schade. Gemeinsam essen wir noch einen Z’Nacht beim Bahnhof. Dann reise ich zurück in die Innenstadt, wo ich im Irish Pub meinen Geburtstag ausklingen lasse.

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1 thought on “Happy birthday :-) (24. April 2012)

  1. Papi

    Hoi Rolf, da hat’s einen Knopf … ich drücke ihn mal … mal kucken, was da geschieht , vielleicht ist damit eine Kommunikation möglich ? Und wenn ja, lesen dies dann x1000-Mitleser ? also vorsichtig testen !
    Dein Geburri ? ein voller Erfolg mit riesiger Party ? Und wer hat Dir den Geburri-Kuchen gebacken ? Du selbst in einem pizza ofen ?

    Liäbs Grüässli und weiterhin viele schöne Photo-Süschets. Papi

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