Ausflug nach БАХЧИСАРАЙ (20. Juni 2012)

Bakhshysaray ist die alte Hautpstadt der Krim Tataren, einem islamischen Volk. Mit der Marshrutka gelange ich in diesen Ort – es ist mehr ein grosses Dorf als eine Stadt. Trotz dem frühen Aufstehen ist es schon bald Mittag als ich in der Touristeninformation eine kleine Karte erstehe. Den Khan’s Palast hebe ich mir für später auf, so was ähnliches habe ich schon in Şäki und Istanbul gesehen.
In der gleissenden Hitze laufe ich zum Чуфут-Кале. Durchs Tal immer weiter nach oben. Zum Glück verläuft ein beachtlicher Teil des Weges im Wald. Schliesslich gehts hoch aufs Plateau, wo sich die Überresten der (Höhlen-) Stadt befindet. Wirklich viele Höhlenwohnungen hat es nicht, nur am Rand des Plateaus, wo die Felsen steil abfallen sind ganz oben einige Räume in den Felsen gehauen. Auf der Plateaufläche sehe ich überall Mauerresten, die von Bauten zeugen. Irgendwann habe ich genug alte Steinblöcke gesehen. Selbst mein Fotoapparat hat entschieden, dass an dieser Stelle fertig ist – “Battery exhausted”… Darum gibt es von nun an keine (Farb-) Bilder mehr…
Um mich von der brütenden Mittagshitze zu entziehen steige ich ins Tal ab. Weiter hinten im Tal befindet sich eine ganz spuckige, morbide Stelle. Unzählige, mit hebräischen Schriftzeichen übersähte Grabsteine – teils umgefallen, teils in beachtlicher Schräglage – sind hier im Wald zu finden. Es ist Иософатова Долина – der Karaite Friedhof. Schade ist es Mittag – in der Dämmerung wäre die Stimmung sicher genial.
Auf dem Rückweg mache ich Halt im Uspensky Monastery, einem kleine Kloster das in den Fels gehauen wurde. Nur der Glocketurm ragt prominent über die zum Kloster aufsteigende Treppe. Wiedereinmal werde ich Zeuge, wie sich orthodoxe Christen in und um eine Kirche verhalten. “Kreuze schlagen”, Kerzen anzünden und Heiligenbilder küssen. Ein Mönch betet – mit einem monotonen Lallen von unverständlichen Silben. Bei der Quelle fülle ich meine Wasservoräte wieder auf – in dieser Hitze habe ich schon 3 Liter Wasser getrunken.
Mit der Marshrutka geht die Fahrt schnell und angenehm zurück ins Dorf. Abschliessend besuche ich den Komlex um den Khan’s Palast. Den Palast selber besuche ich nicht mehr, es ist schon zu spät und ich bin zu müde. Immerhin gelingt es mir mit der leeren Batterie meiner Digitalkamara zwei Fotos zu machen. Eines vom Palast mit dem Falkenturm und eines von der Moschee. Wahrscheinlich für einige Zeit ist es das letzte Mal, dass ich in einer Moschee bin. Einem Mann schaue ich noch etwas beim Beten zu. Und als ich das Dorf verlasse höre ich noch den Muezzin singen.
Es sind also mindestens drei Religionen oder Spuren davon hier in БАХЧИСАРАЙ zu beobachten…

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